Zitat des Monats September

Viele Männer sind aber auch in Zorn geraten, weil sie mit Schlägen körperlich misshandelt wurden, und haben aus dem Gefühl, Opfer entehrenden Unrechts zu sein, entweder die Täter umgebracht oder es versucht, und dazu gehörten auch die Inhaber hoher Ämter oder Männer aus dem engsten Machtkreis um den König. In Mytilene hat so Megakles mit seinen Anhängern die Penthiliden, die herumzogen und mit Keulen Schläge austeilten, angegriffen und getötet. Und später hat Smerdis, der verprügelt und aus den Armen seiner Frau weggerissen worden war, Penthilos getötet. Und Anführer des Anschlages gegen Archelaos wurde Dekamnichos, der auch die Angreifer ganz besonders aufstachelte. Grund seines Zornes war die Tatsache, daß Archelaos ihn dem Dichter Euripides zum Verprügeln übergeben hatte; Euripides war aber über Dekamnichos verärgert, weil dieser etwas über seinen üblen Mundgeruch gesagt hatte. Viele andere wurden aus solchen Gründen entweder umgebracht oder wurden Opfer von Anschlägen.

Aristoteles, Politik

Literaturtipp: Poetry Slam “Literaturen am Fluss” am Freitag, 23. September

Temye Tesfu 2Am Freitag (23. September) findet in Dresden ein Poetry Slam unter dem Titel „Literaturen am Fluss“ im Rahmen der Aktion „FreiRaum – Brücken bauen für Demokratie und Dialog“ statt. Die Reihe wird von der Stiftung Friedliche Revolution organisiert.

Vier junge Poetinnen und Poeten setzen sich literarisch mit Migration und kulturellem Wandel in Europa auseinander. Michael Bittner wird den Abend moderieren und freut sich auf die Leipziger Autorin und Bloggerin Nhi Le, den Berliner Poeten Temye Tesfu (Foto), die Dichterin Tanasgol Sabbagh aus Friedberg in Hessen und Noah Klaus, den Berliner von der Lesebühne Zentralkomitee Deluxe. Der Spaß findet auf der FreiRaum-Bühne auf dem Theaterplatz statt – bei gutem Wetter draußen, bei schlechtem drinnen. Der Eintritt ist frei!

Donnerstag, 8. September: Lesebühne Sax Royal zurück in der scheune!

Sax Royal 2013_8 Christiane MichelAm Donnerstag (8. September) kehrt unsere Lesebühne Sax Royal endlich zurück in die scheune und beendet die Sommerpause. In den Ferien haben die fünf Stammautoren fleißig an neuen Geschichten, Gedichten und Liedern gebastelt, die sie nun stolz ihren Fans präsentieren. Wie immer wird es an heiteren Episoden ebenso wenig fehlen wie an politischem Zündstoff.

Mit dabei sind: Stefan Seyfarth, der dichtende und singende Erzieher, Max Rademann, der erzgebirgische Naturbursche und professionelle Nachtschwärmer, Roman Israel, der energische Erzähler und Lyriker, Julius Fischer, der Alltagsphilosoph und Fernsehstar sowie Michael Bittner, der satirische Kolumnist und Volksverräter. Wie stets dürfen sich die Fans der Lesebühne außerdem noch auf Überraschungen und Zugaben freuen.

Präsentiert von Tullamore Dew.

Sax Royal – die Dresdner Lesebühne | 8. September 2016 | Donnerstag | 20 Uhr | scheune | Vorverkauf: 5 Euro, Abendkasse: 5/7 Euro

Donnerstag, 25. August 2016: Sax Royal im Deutschen Hygiene-Museum

Sax Royal im Hygiene-Museum 2014Am Donnerstag, den 25. August, gastiert unsere Lesebühne Sax Royal zum inzwischen schon siebten Mal in der Sommerzeit im Deutschen Hygiene-Museum Dresden. Die fünf Stammautoren Michael Bittner, Julius Fischer, Roman Israel, Max Rademann und Stefan Seyfarth präsentieren zur aktuellen Ausstellung “Von der Flüchtigkeit des Glücks” mit Werken des Fotografen Phillip Toledano ein Programm unter dem Titel “Die Macht der Bilder”. In heiteren und unterhaltsamen Geschichten, Gedichten und Liedern setzen wir uns mit den ausgestellten Arbeiten auseinander, spüren dem geheimnisvollen Zauber der Fotografie nach und forschen nach der Bedeutung der Bilder für unser Selbstbild und unser ganzes Leben.

Sax Royal – die Dresdner Lesebühne – “Die Macht der Bilder” | 28. August | Donnerstag | 20 Uhr | Deutsches Hygiene-Museum | Eintritt: 7 Euro, ermäßigt 3 Euro, Jahreskarteninhaber frei

Zitat des Monats August

Misstrauen Sie demjenigen, der Ordnung schaffen will. Ordnung schaffen heißt immer, sich zum Herrn der anderen machen, indem man ihnen Schranken setzt.

Denis Diderot: Nachtrag zu „Bougainvilles Reise“

Alternative für Hipster

Die Alternative für Deutschland möchte stärkste Partei in Deutschland werden, um das herrschende System umzustürzen. Will sie dieses Ziel erreichen, muss die Botschaft der Partei natürlich in alle deutschen Landstriche getragen werden. So macht die Alternative für Deutschland vor der anstehenden Wahl in Berlin Werbung auch in Friedrichshain-Kreuzberg. Das scheint durchaus sinnvoll, bedenkt man, dass in diesem Stadtviertel ja ohnehin traditionell die Alternativen zuhause sind. So heißt es denn auch auf der örtlichen Facebook-Seite der AfD:

Eine echte Alternative für einen alternativen Bezirk.

Hier im Szenekiez zeigt die AfD auf ihren Plakaten nicht ihre zerknitterten Funktionäre, sondern attraktive junge Menschen, wie sie auch in Friedrichshain-Kreuzberg zuhause sein könnten. Doch sind neben den hübschen Visagen auch noch Statements abgedruckt, die bekunden, dass diese jungen Menschen zugleich besorgte Bürger sind. So sagt etwa ein junger Mann mit schafsmäßigem Hipsterbart:

Mein marokkanischer Dealer kriegt sein Leben komplett vom Staat finanziert. Irgendwas ist in Deutschland oberfaul und deshalb wähle ich die Alternative.

Sehen wir einmal davon ab, dass ein Dealer, der vollständig von Sozialhilfe abhängig ist, weil er seine Drogen offenbar verschenkt, nicht allzu häufig vorkommen wird. Von diesem kleinen Mangel an Realitätssinn abgesehen, kann man der AfD nicht viel vorwerfen. Immerhin kämpft sie wirklich um alle Wähler, sogar um solche, die dem Parteiprogramm der AfD zufolge als Kriminelle verfolgt werden sollen. Ob sie bei den Menschen aber auch Erfolg mit ihrem Werben haben wird? Die AfD spekuliert, dass es in Friedrichshain-Kreuzberg wohl viele Konsumenten von Marihuana geben mag. Dies dürfte zutreffen. Aber wollen diese Menschen deswegen von fremden Politikern auch gleich als Kiffer angesprochen werden? Es wohnen gewiss auch viele Bürger in Berlin, die dem Hobby der Masturbation zugetan sind. Würden sich diese Leute für eine Partei begeistern, die sie etwa folgendermaßen anspräche: „Liebe Wichser! Nervt euch beim Wedeln das langsame Internet? Dann wählt AfD, wir verlegen kostenlos Breitband für euch! P.S.: Was ihr treibt, ist allerdings weiterhin Sünde wider den Fortbestand des deutschen Volkes.“ Aber wer weiß, das Volk ist seltsam dieser Tage! Es wäre der AfD vielleicht sogar dankbar für solch offene Worte.

Die AfD wirbt in Berlin auch nicht nur um Kiffer, sondern überhaupt um alle Gruppen, mit denen sie andernorts fremdelt. So äußert auf einem anderen Plakat ein schwules Paar:

Mein Partner und ich legen keinen Wert auf die Bekanntschaft mit muslimischen Einwanderern, für die unsere Liebe eine Todsünde ist.

Wahrscheinlich hat deswegen ein Abgeordneter der AfD in Sachsen-Anhalt vor einer Weile schon einmal vorgeschlagen, alle Schwulen nach der Machtübernahme in Schutzhaft zu nehmen.

Auch die Frauen, bekanntermaßen ebenfalls eine Minderheit, wenigstens unter den Mitgliedern der AfD, werden umworben. Eine dralle Blondine erklärt:

Damit es auf dem nächten Karneval der Kulturen nicht wieder zu Übergriffen auf Frauen kommt, wähle ich diesmal die AfD. Das mit der Armlänge Abstand haut einfach nicht hin!

Ganz sicher nie wieder zu Übergriffen beim Karneval der Kulturen käme es natürlich, wenn man den Karneval der Kulturen abschaffte, der ja ohnehin nur den gescheiterten Multi-Kulti-Wahnsinn feiert, mit dem die AfD endgültig Schluss machen wird.

Wer aber irrigerweise annimmt, die AfD stehe Zuwanderern feindlich gegenüber, den belehrt ein viertes Plakat eines Besseren. Da sagt uns eine anscheinend türkischstämmige Frau, die in vorbildlicher Weise auf das Kopftuch verzichtet:

Ich möchte, dass mein Sohn richtig deutsch sprechen lernt, weil das die Voraussetzung ist, zu einem guten Beruf. Die AfD nimmt das Schulwesen ernst und deshalb wähle ich sie.

Offenbar, um auf die Migranten zuzugehen, hat die AfD in diese zwei Sätze gleich mehrere Sprachfehler eingebaut. Dies jedenfalls ist die einzig schlüssige Erklärung für die Fehler, wenn man nicht annehmen will, dass die Werbetexter der AfD selbst Probleme mit der deutschen Sprache haben.

Wer diese Plakate gesehen hat, der wird kaum noch daran zweifeln, dass kiffende Hipster, ängstliche Homosexuelle, zornige Frauen und türkische Muttis die AfD in Berlin zum Sieg tragen werden. Nur eine Gefahr droht: Sollten auch die Stammwähler der AfD, also frustrierte Frührentner, seelisch verkrüppelte Wirtschaftsprofessoren und Burschenschaftler mit chronischem Samenstau, Wind von dieser Kampagne kriegen, dann bleiben die vielleicht aus Ärger am Wahltag zuhause. Und die nationale Revolution fällt erst einmal aus.

Michael Bittner

Zitat des Monats Juli

Mein marokkanischer Dealer kriegt sein Leben komplett vom Staat finanziert. Irgendwas ist in Deutschland oberfaul und deshalb wähle ich die Alternative.

Wahlwerbung der Alternative für Deutschland in Berlin

Zitat des Monats Juni

Das war wohl nichts, Herr Bachmann !! Entweder hat dieser Typ keine Ahnung, wie globale Politik funktioniert oder er ist halt gekauft, eins von beiden, sucht es Euch aus. Ich selbst gehe davon aus, dass Bachmann gekauft ist und für den Verfassungsschutz arbeitet, um die patriotische Bewegung im Zaum zu halten. Jeden Montag in Dresden im Kreis zu marschieren ist nämlich total harmlos und absolut impotent, aber das gefällt Herrn Bachmann.

Vergesst Pegida !! Und vergesst Bachmann !! Das ist ein Anti-Patriot !!

Carsten Schulz, „Wahrheitsforscher und Anarchist“

“Sackgang Kid” – der Comic von Max Rademann und Michael Bittner

Sackgang Kid TeaserSoeben erschienen ist “Sackgang Kid”, der erste gemeinsame Comic von Max Rademann und Michael Bittner. Das “heitere Album für Eltern und Kinderhasser” präsentiert einige Szenen aus dem Leben eines Jungen, der nicht eben Werbung für die Fortpflanzung der menschlichen Art macht. Die Zeichnungen des Heftes stammen von Max, die Texte von Micha, das Layout übernahm Ringo Jarke. Erwerben kann man den Comic zum Preis von 6 Euro bei allen Auftritten der beiden Macher, in Dresden auch im Buchladen Büchers Best und im Plattenladen Fat Fenders. Interessenten in der Ferne bestellen das Heft einfach per Mail an: kontakt@saxroyal.de.

Donnerstag, 9. Juni: Lesebühne Sax Royal in der scheune

Sax Royal 2013_4 Christiane MichelDie Dresdner Lesebühne Sax Royal ist seit über elf Jahren in der scheune monatlich zugange und wartet doch noch immer mit jugendfrischen Ideen und pubertären Späßen auf. Die fünf Stammautoren sorgen mit ihren gewitzten Texten über die Nöte der Liebe, der Arbeit und der Kunst bei ihren Fans verlässlich für Heiterkeit und Freude. Bei einigen Spießbürgern Sachsens hingegen sorgen sie für Magenverstimmung und Volkszorn.

Bei ihrer letzten Ausgabe vor der Sommerpause am Donnerstag, den 9. Juni, sind noch einmal alle Stammautoren mit dabei: der nach Berlin verschlagene Satiriker Michael Bittner, der Leipziger Liedermacher und Gedankenakrobat Julius Fischer, der versierte Erzähler und Lyriker Roman Israel, der Erzgebirgschronist und Neustadtliebling Max Rademann sowie Stefan Seyfarth, der dichtende und singende Erzieher. Wie immer dürfen sich die Zuschauer nicht nur auf Geschichten und Gedichte, sondern auch auf Lieder, Filme oder gar noch ausgefallenere Überraschungen freuen.

Sax Royal – die Dresdner Lesebühne | 9. Juni | Donnerstag | 20 Uhr | Vorverkauf: 5 Euro, Abendkasse: 5/7 Euro

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